Anfang der 80er Jahre galt der Karneval als Fest der Spießer. Die Verbindung aus erstarrten Formen und Prunk stieß vor allem viele jüngere Kölner ab. Der "festverordnete" Karneval mit seinen Honoratioren und dem unpolitischen Spaß an d'r Freud passte nicht (mehr) zum vorherrschenden Lebensgefühl, den vielfältigen Protestbewegungen und wachsendem gesellschaftlichem Engagement. Spielfreude und politischen Motivation brachten ein Studentenprojekt auf die Idee einer alternativen Karnevalssitzung. In einer Mischung aus Aufklärung und Anarchie wurde traditionelles Brauchtum mit kabarettistischem Potential unterfüttert.
Unter dem Motto »Karneval instandbesetzt« fand 1984 die Uraufführung der Stunksitzung statt und wurde zum Initial für eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Die Zutaten: zugespitzte Kommentare zum politischen Geschehen, selbstironische Seitenhiebe auf Angehörige pädagogischer und sozialer Berufe, die gleichberechtigte Rolle der Musik in den Sitzungen, aber auch die Persiflage typisch-karnevalistischer Elemente sind auch noch im 25. Jahr Garanten für ungebrochene Attraktivität. Wir widmen der Stunksitzung eine kritische Hommage und zeigen ihre Wirkungsgeschichte in Form eines Buches und einer Ausstellung.
25 Jahre Kölner Stunksitzung - Einem Phänomen auf der Spur
Hrsg. Petra Metzger, Georg Bungarten, Nadja Fernandes, Manfred Linke Sachbuch | 192 Seiten gebunden ISBN 978-3-00-029202-6
Ab 09.11.2009 in den Buchhandlungen erhältlich: € 29,80

Am 26. Februar wurde um 19.00 Uhr, gemeinsam mit über 300 geladenen Gästen, die Ausstellung „Karneval instandbesetzt“ im Kölnischen Stadtmuseum eröffnet.
Weitere Informationen und Fotos vom Eröffnungsabend finden Sie hier
Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse KölnBonn, Hahnenstraße 57, 50667 Köln zu besichtigen bis zum 10.02.2010

Das Büdchen als Sammelstelle und Informationsquelle für Skandale und Skandälchen ist zu sehen in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse KölnBonn. Zahlreiche Zeitungsberichte sind über die Stunksitzung erschienen; vor allem, über die durch sie ausgelösten Skandale. Die Artikel dokumentieren Zeitgeschichte und liefern Hintergrundinformationen und Kommentare zum Bühnengeschehen. Sie werden weder als Wandtafel noch hinter Glas gezeigt, sondern in gebräuchlichem Umfeld präsentiert.An den Wänden des Büdchens sind Zeitungsseiten von Stadt-Anzeiger und Express bis hin zur WELT und taz angebracht und können dort gelesen werden.

Anlässlich der Buchvorstellung präsentierte die STUNKSITZUNG Kabarett-Highlights - vergessene aber gerngesehene Sketchjuwelen - aus 25 Jahren, dargeboten von dem aktuellen Ensemble und Köbes Underground.